Buchsbäumchen sollte man schon anfangen zu beschneiden, wenn sie noch klein sind. Da sie sich an den Schnittstellen wieder
verzweigen, werden sie durch einen regelmäßigen Schnitt dicht und buschig.
Wenn man eine Form aus einem bereits größeren Buchs neu anlegen will, muss man beim ersten Schnitt natürlich ins Verholzte
schneiden. Dazu benutzen Sie eine gute Gartenschere
oder eine
Heckenschere. Später schneidet man nur noch die
hellen, jungen, nichtverholzten Austriebe mit der Buchsbaumschere.
Buchsbaum wird dann geschnitten, wenn die Triebe ca. 2-5 cm lang sind (hängt von Sorte und Standort ab), dies ist meist
Ende Mai soweit. In den Bereichen, in denen der Buchsbaum noch wachsen soll, schneidet man nur die Triebspitzen, dort, wo
er kurzgehalten werden soll, lässt man mindestens ein neues Blattpaar stehen.
Bei ausgeformten Kugeln werden die Triebe etwa auf ein Drittel zurückgeschnitten.
Noch ein Tipp: Hecken, Formen etc. werden am besten “von unten nach oben” geschnitten. Man spart sich dadurch doppelte
Arbeit, weil man nicht noch einmal durch abgeschnittene und hängengebliebene Ästchen schneiden muss.
Vermehrung:
Die abgeschnittenen Triebe kann man einfach in die Erde stecken und regelmäßig gießen und über 70 % werden anwurzeln und
im nächsten Jahr neu austreiben. Auf diese Weise erhält man innerhalb kürzester Zeit eine stattliche Anzahl neuer Pflänzchen
für Hecken. Wenn man die Ableger sorgfältiger behandelt, d.h. schräg anschneidet, kurz in Wurzelförderer taucht und in
Anzuchtkästen kultiviert, werden fast alle wurzeln.
Ein zweiter Schnitt kann an einem bedeckten Tag im Juli erfolgen. Danach sollte nicht mehr geschnitten werden, da
die nachkommenden Neuaustriebe noch rechtzeitig vor den ersten Frösten verholzt sein müssen.
Wenn der Buchsbaum nach dem Schneiden braun wird, wurde er entweder an einem heißen, sonnigen Tag oder aber mit einer
stumpfen, im schlimmsten Falle stumpfen, elektrischen Schere geschnitten, so dass die Hecke oder Form eher gerupft als
geschnitten aussieht. Nur bei einem sehr scharfen sauberen Schnitt durch das Blatt verheilen die Wundränder gut und die
Blätter bleiben grün. Gerade deshalb und auch wegen der guten Kontrolle über die Form sind unsere Buchsbaumscheren sehr
zu empfehlen. Den Buchsbaum von Hand mit der Buchsbaumschere zu schneiden erfordert natürlich mehr Zeit, lohnt sich aber
in jedem Fall. Denn die Arbeit mit der “singenden Schere” hat auch einen entspannenden und meditativen Charakter.
Die Konstruktion und Gestalt sind ebenso einfach und elegant wie genial: zwei Scherenblätter sind durch einen
bandförmigen federnden Bügel verbunden, der als Griff dient. Die Schere öffnet sich also wieder von selbst. Bei guten
Scheren sind die Scherenblätter leicht gegeneinander gebogen (sog. “Vorspannung”). Dies bewirkt den exakten
Klingenschluss an jeweils der Stelle, an der die Schneiden sich treffen und erlaubt auch das Durchtrennen feiner Objekte
wie Haare, Gras oder junge, nichtverholzte Triebe. Außerdem erzeugt es ein spezifisches Geräusch: eine gute Schere singt !
Die ganz frühen Formen sind einfach gebogen (s.o.), bei späteren Stücken ist der Bügel omegaförmig gestaltet (s.u.), was
die Federwirkung verbessert. Sie sind im Regelfall aus einem einzigen Stück Stahl geschmiedet und gefaltet. Lediglich
Stücke mit herzförmiger Feder sind aus zwei Teilen zusammengesetzt. Entgegen landläufiger Meinung hat dies jedoch auf die
Federwirkung keinen Einfluss, es bedeutet lediglich bei der modernen Herstellung aus Blechen einen geringeren
Materialverlust und leichtere Verarbeitung.
Während die Federscheren im Haushalt und Handwerk sehr bald von Gelenkscheren abgelöst wurden, fanden sie eine Nische als
Schere für die Schafschur oder eben für die Gartenarbeit. Der große Vorteil dieser Scheren liegt in den langen, breiten
Klingen und dem scharfen, sauberen Schnitt. Beides erlaubt eine gute Kontrolle der Schnittführung, was bei der Schafschur
(für das Schaf !) mindestens ebenso wichtig ist, wie beim Formschnitt der Buchsbäume oder anderen Formgehölzen.
Bereits der römische Schriftsteller Plinius der Ältere berichtete von der Kunst des Heckenschnittes
(”opus topiarium”). Und spätestens seit den Renaissance- und Barockgärten sind, oft zu Hecken oder auch zu Formen
und Figuren geschnittene Buxus, Eiben, Wacholder nicht mehr aus der europäischen Gartenkultur wegzudenken. Und mit der
erneuerten Beliebtheit von Bauern- und Cottagegärten gehören auch heute wieder mit Buchsbaumhecken eingefasste Beete,
Buchskugel,
-spiralen und -figuren zum festen Inventar unserer Gärten.
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