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erst nach einer gewissen Lagerzeit zwischen November und Januar in ihrem Geschmackoptimum. Zur Lagerung empfehlen sich
besonders sogenannte “Obsthurden”. Das sind offene Schubladenregale aus Holz, auf denen die Früchte in einer Lage
nebeneinander liegen. Die Früchte sollen sich gegenseitig nicht berühren und mit dem Kelch nach unten, Stiel nach oben,
liegen. Alle 2 - 3 Wochen sollte der Bestand auf angefaulte Früchte durchgesehen und diese ausgesondert werden, obwohl der
Legende nach schon Friedrich Schiller durch den Duft überreifer Äpfel zu literarischen Höhenflügen angesetzt haben soll.
Der Reifungsprozess von Äpfeln setzt Stoffe frei, die dann auch andere Obst- und Gemüsesorten schneller reifen, bzw.
verderben lassen, weshalb man Äpfel eben immer gesondert lagern sollte.
Zum Abschluss sei noch auf zwei Hilfsmittel hingewiesen, die seit Generationen schon die Verarbeitung größerer Mengen an
Äpfeln erleichtern: der radförmige Apfelteiler teilt Äpfel in gleich große Stücke und schneidet gleichzeitig das
Kerngehäuse mit aus.
Mit dem Kurbeln am speziellen Apfelschälgerät wird der aufgespießte Apfel in einem Arbeitsgang geschält, vom
Kerngehäuse befreit und zu einer Spirale geschnitten. Diese Spirale kann man dann bequem als Kuchenbelag verwenden oder zu
getrockneten Apfelringen weiter verarbeiten. Denn schließlich heißt es nicht umsonst:
“An apple a day keeps the doctor away.”
Am bequemsten lässt sich natürlich das ernten, was man am Boden stehend mit den Händen erreichen kann, weshalb Zwergobst-
und Spalierbäume auch so beliebt sind.
Wer allerdings prachtvolle alte Obstbäume in einer intakten und landschaftsprägenden Streuobstwiese sein Eigen nennt,
wird mit der bloßen Hand nicht weit kommen. Da muss manch einer hoch hinaus, denn bekanntlich wachsen die schönsten
Früchte ausgerechnet nahezu unerreichbar weit oben.
Für den halbhohen Baumbereich kann man sich noch mit einem
Obstpflücker am langen Stil
behelfen. Im Prinzip ist dies ein Metallring, an den unten ein Stoffbeutel angenäht ist und der nach oben kronenartige
Fortsätze hat, die das eigentliche Obst”brechen” erleichtern. Die heute übliche Variante ist
aus Eisenblech gestanzt
und hat den wesentlichen Nachteil, dass die scharfkantigen “Zacken der Krone” die Früchte beschädigen, weshalb sie dann
nicht mehr lagerfähig sind. Dem kann man abhelfen, wenn man die “Zacken” einzeln mit Kreppband umwickelt oder kurze
Schlauchstücke überstülpt. Die ältere Variante, deren “Krone” aus abgerundeten wellenförmig gelegten Drahtschlaufen besteht,
hat sich zwar in der Praxis besser bewährt, wird aber seltener hergestellt; wir können jedoch noch diesen Obstpflücker anbieten. Obstgreifer, mit deren Hilfe man die Früchte, auch Pfirsiche und Birnen sehr behutsam pflücken kann, sind sehr
kostspielig und wenn überhaupt, dann nur noch als Antiquitäten zu finden.
Der Stiel der Obstpflücker kann am Baum nicht lang genug, zu seinem Transport jedoch nicht kurz genug sein. Die praktikable
Länge von 3 - 4 m stellt deshalb oft ein erhebliches Transportproblem dar. So schön Holzstiele also auch sind, in dieser
Hinsicht sind Teleskopstiele aus Metall eine zweckmäßige Alternative.
Wer auch in den oberen Baumpartien Obst pflücken und nicht herunterschütteln will, muss auf die Leiter steigen.
Egal, ob man nun Alu- oder Holzleitern bevorzugt, sie muss einen sicheren Stand gewährleisten. Denn leider hält im Herbst
auch “Freund Hain” reiche Ernte, wenn er sich jedes Jahr mehrere Dutzend unvernünftige Obsternter als “Todesfälle” von den
Bäumen pflückt. Übereifer lässt zudem mehrere hundert Menschen jährlich als “Fallobst” schwere Verletzungen erleiden.
Am besten ist eine Leiter, die nicht an einen Ast angelehnt werden muss, sondern dank Stützen von sich aus stabil steht.
Man kann zwischen Steigbäumen mit Mittelholm oder “normalen” Leitern mit Seitenholmen wählen. Die letzteren gibt es als
“Bockleitern” und Leitern mit separaten Stützen, jeweils noch mit ausschiebbaren Verlängerungen. Besonders praktikabel sind
Leitern, die nach oben hin deutlich schmaler werden, weil dies ein Einstellen bis in die Baumkrone vereinfacht.
Schließlich gilt es auch bei der Wahl der Leiter, das Transport- und Aufbewahrungsproblem zu berücksichtigen.
Wer auf der Leiter steht, sollte am besten beide Hände frei haben.
Deshalb erntet man in ein Behältnis, das man mittels eines Hakens aus Metall oder Holz an der Leiter oder an einem Ast
einhängen kann oder, das man umhängen hat. Eine Erntetasche aus strapazierfähigem Material ist eine gute Alternative zu den
gefloch-tenen Pflückkörben. Wer aber diese bevorzugt, sollte darauf achten, dass innen keine spitzen
Weidenruten abstehen, die das Obst beschädigen könnten. Bei professionellen Pflückkörben sind die Weidenruten deshalb auf
der Außenseite abgeschnitten und das Innere ist oft zusätzlich mit Stoff ausgeschlagen. Sinn und Zweck des Pflückens ist es
ja, das Obst möglichst ohne Druckstellen einzubringen. Zur Entleerung haben diese Behälter deshalb einen zu öffnenden Boden
aus Stoff, über den man beim Entleeren das Obst ganz sanft in Kisten umfüllen kann. Üblich waren früher auch die sogenannten
“Pflückschürzen”, die man aus einem Getreide-sack einfach selbst machte: er wurde an den Schmalseiten so zusammengebunden,
dass eine langgestreckte Umhängetasche entstand.Eine pfiffige, aber heute fast vergessene Erntehilfe, war das sogenannte “Obsthäkchen”:
ein ca. 1-1,5 m langer Stiel, der auf beiden Seiten Metallhaken hatte. Mit der einen Seite zog man den zu pflückenden Ast
heran, während man die andere Seite an der Leiter einhakte. So ein “Obsthäkchen” kann man sich problemlos aus einem
Besenstiel und zwei Schraubhaken von Holzkleiderbügeln selbst basteln.
Alles, was nicht gepflückt wird, ist Fallobst. Es wird vom Baum geschüttelt und zusammengelesen.
Gute Dienste leisten dabei die strapazierfähigen, leichten Flexi-Kübel. Da Fallobst wegen seiner
Druckstellen und Verletzungen nicht lange aufbewahrt werden kann, wird es entweder gleich zu Kuchen, Mus oder Dörrobst
verarbeitet oder erfährt eine Verwandlung in Saft, Most, Apfelwein oder Obstbrände. Um das restliche Obst
herunterzuschütteln, sollte man nicht auf den Ästen herumwippen (s. o.), sondern den sogenannten “Birnenhaken” zu Hilfe
nehmen, den man an den Zweigen einhakt und dann kräftig ruckartig zieht. Auch hier gilt, je länger der Stiel desto besser,
weil man dann einfacher seitlich neben den zu schüttelnden Ästen stehen kann. Denn herabfallende große Äpfel oder gar
Quitten können manch schmerzhaften Eindruck hinterlassen.
Stellen wir uns den Idealfall vor: die Obstbäume wurden im vergangenen Winter richtig gepflegt und standen im Frühjahr
in voller Blüte, die weder verregnet noch frostig war. Der Baum bekam auch während den Trocken-perioden genügend
Feuchtigkeit ab, so dass keine Früchte vorzeitig notreif abfielen und die dann übervollen Äste wurden mit Stützen gegen das
Abbrechen gesichert... Jetzt sind die Früchte reif zur Ernte.
Sommersorten werden 1-2 Wochen vor der endgültigen Reife geerntet, sie halten sich dann länger und entwickeln oft auch noch
einen intensiveren Geschmack. Herbst- und Winter-Obst ist dann reif, wenn es sich beim leichten Anheben vom Zweig löst.
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