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Spindelrasenmäher und Rasenwalze
daisy grubber
Grasschere - Buchsbaumschere - Schafschere
Grasschere - Buchsbaumschere - Schafschere
Grasschere - Buchsbaumschere - Schafschere
Rasenkantenschere
Rasenkantenstecher
Auf dem Weg zum Weltmeistergrün - Alles für die Rasenpflege
“...daß jeder Gartenbesitzer sich von vornherein vergegenwärtigen muß, daß auch der Rasen, das Gras eine Kulturpflanze ist, welche nur dann gut gedeiht, und dadurch den gewünschten Effekt hervorruft, wenn sie wie eine solche behandelt wird...”
 
(aus: Der praktische Gärtner, 1907.)
Wer wirklich einen englischen Rasen haben möchte, braucht im Prinzip noch etliche Ersatzspieler in seiner Gartenmannschaft: denn hier war ja noch nicht einmal die Rede vom Düngen, Sprengen, Vertikutieren, Airifizieren, Nachsäen und und und...
Die Wirkung des englischen Rasens hängt optisch sehr stark auch an der Pflege seiner Ränder. Wo man mit dem Mäher nicht hinkommt, nämlich am Rand von Mauern, Steinen oder Bäumen, benutzt man gerne eine Sichel oder aber eine abgewinkelte Grasschere, ein Werkzeug, das bei uns eher als Schafschere oder Buchsbaum-Schere geläufig ist.
Zu Wegen und Beeten hat die Rasenfläche immer eine klare Abgrenzung: die Kanten werden mit einem halbmondförmigen, flachen Kantenstecher abgestochen. Puristen benutzen hierfür also keinen Spaten, weil dessen Blattwölbung eine akkurate gerade Linie nicht möglich macht. Für kurvige oder runde Blumenbeete innerhalb des Rasens findet sich in England eine Art Miniaturspaten, der sogenannte “edging spade”.
An der abgestochenen Kante müssen natürlich auch noch die überhängenden Grashalme geschnitten werden. Hierfür benutzt man eine Art Heckenschere mit hochkantstehenden Klingen. Um bequem im Stehen arbeiten zu können, sind die abgewinkelten Griffe ca. 70 cm lang und das Gerät hat auf der Unterseite noch eine Laufrolle und oft auch noch eine Fangvorrichtung für das abgeschnittene Gras.
Um bei dem Entfernen von Unkraut die Verletzungen im Rasen möglichst gering zu halten, bevorzugt man in England sehr schmale Unkrautstecher, die keine großen Löcher verursachen. Neben den auch bei uns geläufigen, im Querschnitt halbrunden Geräten, gibt es auch stabartige, vorne v-förmig gegabelte dandelion weeder. Andere Varianten, v. a. zur Entfernung von Gänseblümchen (”daisy grubber”, s. Abb. oben.) sind geknickt oder haben auf der Unterseite noch eine Auflage, um die Hebelwirkung zu verbessern. Wer nicht allzu dogmatisch sein möchte, lässt die kleinen daisies einfach stehen, freut sich an ihren zarten Farben oder genießt ihren Anblick und Geschmack im Salat. Und schließlich war da ja auch noch das schwärmerische, zwischen Hoffen und Bangen:
... liebt mich, ... liebt mich nicht...!
Im Mutterland des Fußballs bevorzugt man, anders als bei uns, immer noch den Spindelmäher, oft noch in der unmotorisierten sympathisch geräuschmachenden Schiebeversion. Das leichte Rattern hat dabei schon beinahe etwas Meditatives. Kenner schwören darauf, wir selbst übrigens auch, dass der Schnitt von oben mit dem Spindelmäher, dem seitlichen Schnitt des Rotationsmähers deutlich überlegen ist. Nach dem Schnitt empfiehlt sich das Abwalzen der Fläche mit einer Rasenwalze, weil durch diese gleichmäßige Belastung die Grasnarbe dichter wird.
Die Anlage und vor allem die Erhaltung und Pflege eines englischen Rasens waren und sind mit einem gewissen Aufwand verbunden. In England kennt man deshalb eine Vielzahl von Geräten speziell zur Rasenpflege. Wenn die Anfangshürden überwunden sind, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Am besten illustriert dies vielleicht die folgende Anekdote:
Ein deutscher Gartenfreund steht in England vor einem wunderschönen Rasenstück und sieht einen alten Gärtner mähen. Er fasst sich ein Herz und spricht ihn an:
“Guter Man, was muss ich tun, um einen so schönen Rasen zu bekommen wie Ihren ? - Well, sagt der Head-Gardener, zunächst ist es wichtig, die richtige Bodenmischung aus Sand, Humus, Torf und Lehm zu haben. - Hatte ich. - Dann sollten Sie das beste Saatgut nehmen, das Sie bekommen können. - Habe ich genommen. - Dann müssen Sie darauf achten, dass während der Keimung die Fläche immer schön gleichmäßig feucht bleibt. - Oh, ich habe darauf geachtet. - Das erste Mähen machen Sie noch nicht mit dem Mäher sondern von Hand mit Schere, Sense oder Sichel. - Das habe ich gemacht und es war ganz schön mühsam. - Dann ist es sehr wichtig, dass Sie jedes Unkraut, vor allem Quecken, Wegerich, Gänseblümchen, Löwenzahn und Disteln entfernen, solange sie noch klein sind. - Oh ja. - Dann müssen Sie natürlich gleichmäßig beregnen und im richtigen Maße düngen. - Mhmm. - Wenn im Winter der Rasen gefrotren ist, dürfen Sie ihn nicht betreten. - Klar. - Sie müssen während der Vegetationsperiode unbedingt jede Woche mindestens einmal, besser zweimal mit dem Spindelmäher mähen und danach den Grasschnitt entfernen und dann den ganzen Rasen abwalzen. - Mache ich immer. - Well, dann haben Sie ja alles richtig gemacht. Jetzt brauchen Sie das nur noch fünfzig Jahre lang weiter so zu machen und Sie werden einen Rasen haben, der so schön ist, wie dieser hier!”
“Zunächst soll sich der Gartenbesitzer genau einprägen, daß man eine solch üppige, von Unkraut freie, saftige grüne und dichte Rasenfläche auf dem Kontinent niemals erzielen kann, wie in England. (...) Immerhin kann man auch bei uns einen schönen, saftigen Rasen erzielen, der aber dem englischen niemals an Schönheit und Ausdauer gleich kommen wird. Deshalb, Gartenbesitzer, tue Geld in den Beutel oder mache dir klar, wie viel du für die Pflege eines schönen Teppichrasens ausgeben kannst...”
 
(aus: Der praktische Gärtner, 1907.)
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